Kaum ein Thema sorgt bei kleinen Unternehmen für mehr Verunsicherung als der Cookie-Banner. Viele lassen sich einen einbauen, ohne genau zu wissen, ob sie überhaupt einen brauchen, aus reiner Vorsicht oder weil es "alle anderen" scheinbar auch tun. Dabei verlangt das Gesetz in vielen Fällen genau das Gegenteil von dem, was landläufig angenommen wird.
Was das Gesetz wirklich verlangt
Die gesetzliche Grundlage ist § 25 TDDDG, bis 2024 als TTDSG bekannt und seither an das Digitale-Dienste-Gesetz der EU angepasst. Er verlangt eine Einwilligung, wenn eine Webseite Informationen auf dem Gerät der Besucherin oder des Besuchers speichert oder ausliest. Ausgenommen ist alles, was technisch zwingend nötig ist, um den ausdrücklich gewünschten Dienst bereitzustellen. Ein Session-Cookie, ein Warenkorb oder ein Cookie, der eine Spracheinstellung merkt, fallen unter diese Ausnahme.
Wann Sie wirklich einen Banner brauchen
- Google Analytics, Matomo im nicht anonymisierten Modus oder andere Statistik-Tools
- Meta-Pixel, Google Ads Remarketing-Tags oder ähnliche Marketing-Technologien
- Eingebettete Social-Media-Widgets, die selbst Daten an Dritte übertragen, etwa ein Instagram-Feed direkt auf der Seite
- Externe Karten- oder Video-Dienste, die beim Laden automatisch Cookies setzen
Wann nicht
Wer ausschließlich technisch notwendige Cookies einsetzt oder ganz auf Cookies verzichtet, braucht rechtlich keinen Banner. Diese Webseite hier ist ein gutes Beispiel: Sie verwendet aktuell keine einzige Cookie, kein Analytics, kein Tracking, deshalb gibt es hier auch keinen Consent-Banner. Wer so aufgestellt ist, muss niemanden um Erlaubnis bitten für etwas, das gar nicht passiert.
Der teure Trugschluss
Viele Unternehmen bauen trotzdem einen aufwendigen Cookie-Banner ein, aus falsch verstandener Vorsicht. Das kostet nicht nur unnötig Geld für ein Consent-Tool, das oft im Monatsabo läuft. Es kostet auch Nutzerfreundlichkeit: Jeder Klick auf "Akzeptieren", den ein Besucher nicht machen müsste, ist ein Klick zu viel, bevor er überhaupt Ihre Inhalte sieht. Ein Banner, der nach Cookies fragt, die es auf der Seite gar nicht gibt, wirkt im Zweifel sogar unseriöser als gar keiner.
Wie Sie das für Ihre Webseite herausfinden
- Entwicklertools des Browsers öffnen und unter "Anwendung" bzw. "Speicher" prüfen, welche Cookies tatsächlich gesetzt werden
- Prüfen, ob eingebundene Drittanbieter-Skripte wie Analytics, Marketing- oder Social-Media-Widgets überhaupt vorhanden sind
- Bei jedem gefundenen Cookie fragen: Ist er zwingend nötig, damit die angefragte Funktion überhaupt läuft?
- Im Zweifel technisch prüfen lassen, von jemandem, der beides kann, Code lesen und die rechtliche Einordnung dahinter verstehen
Unser Ansatz
Bevor wir irgendein Consent-Tool einbauen, prüfen wir zuerst, was auf einer Webseite technisch überhaupt passiert. Oft lässt sich ein Banner schon durch die technische Umsetzung vermeiden, zum Beispiel mit einem selbst gehosteten Kartendienst statt Google Maps. Nur wenn eine Webseite tatsächlich Analytics oder Marketing-Tools braucht, bauen wir eine rechtssichere, granulare Einwilligungslösung. Genau das deckt unser Modul Rechtssicherheit & Consent-Manager ab 249 € ab.
Fazit
Ein Cookie-Banner ist kein Pflichtprogramm für jede Webseite. Er ist eine Konsequenz bestimmter technischer Entscheidungen. Wer diese Entscheidungen bewusst trifft, spart sich in vielen Fällen den Banner ganz, ohne irgendein Risiko einzugehen.
